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Die Aktienmärkte im November

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2 Nov 2026
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Der Oktober brachte den Aktienmärkten deutliche Schwankungen. Zudem wächst die Diskussion, ob die hohen Gewinnerwartungen rund um künstliche Intelligenz erfüllt werden können. Wie unser Chief Investment Officer die Lage einordnet, lesen Sie im aktuellen Investment Guide November 2026.

Aktienmärkte bleiben trotz Volatilität robust

Der Oktober war wie erwartet von erhöhter Volatilität geprägt. Der S&P 500 erreichte Anfang Oktober ein neues Allzeithoch, bevor steigende Zinsen und Gewinnmitnahmen insbesondere bei Technologiewerten die Aktienmärkte belasteten. Mit der Stabilisierung der Anleihenmärkte erholten sich die Aktienmärkte jedoch rasch, auch wenn die Entwicklung regional uneinheitlich verlief. Während der Nasdaq 100 und der Nikkei 225 im Monatsverlauf zwischenzeitlich rund 4-6% verloren, legte der SMI im Oktober um knapp 5% zu und erwies sich dank seiner defensiven Qualitäten als Stabilitätsanker.

Säulendiagramm: Gesamtrenditen in Lokalwährung von zwölf Aktienindizes seit Jahresbeginn und im Oktober 2026 – Nikkei 225 seit Jahresbeginn vorne, SMI mit dem stärksten Monatsplus

Gewinnsaison mit Rückenwind, aber hoher Messlatte

Die Berichtssaison für das dritte Quartal zeigt bislang ein gemischtes Bild. Rund ein Viertel der S&P-500-Unternehmen hat bisher berichtet, davon übertrafen 83% die Gewinnerwartungen. Die positiven Überraschungen fielen mit durchschnittlich etwas über 2% jedoch deutlich geringer aus als im historischen Vergleich. Gleichzeitig bleibt das erwartete Gewinnwachstum mit über 29% aussergewöhnlich stark, wobei ein grosser Teil auf Unternehmen entfällt, die vom KI-Investitionszyklus profitieren. Infolgedessen mehren sich die kritischen Stimmen, da die Marktbreite so schmal ist wie zuletzt um die Jahrtausendwende und ein Teil der ausgewiesenen Gewinne aus Buchgewinnen auf Beteiligungen an nicht kotierten KI-Unternehmen stammt. Entscheidend wird daher sein, ob sich die hohen Investitionen weiterhin in steigenden Umsätzen und Margen niederschlagen.

Bewertungen hängen stark von den Gewinnschätzungen ab

Die Bewertungen erscheinen auf Basis der erwarteten Gewinne deutlich moderater als auf Basis der vergangenen zwölf Monate. Der S&P 500 wird aktuell mit einem KGV von rund 26x auf Basis der vergangenen zwölf Monate bewertet, auf Basis der 2026er und 2027er Gewinnschätzungen jedoch mit rund 21x bzw. 18x. Die hohen Gewinnerwartungen haben dazu geführt, dass die KGVs trotz steigender Aktienkurse über mehrere Monate rückläufig waren. Nach der Konsolidierung im September und Oktober sind die Bewertungen teilweise nochmals deutlich zurückgekommen. In Europa liegen sie ebenfalls deutlich tiefer. Damit hängt die Bewertung entscheidend von der Erreichbarkeit der Gewinnschätzungen ab. Für die wichtigsten Regionen erscheinen die erwarteten Gewinnpfade aber grundsätzlich plausibel. In einzelnen Segmenten, insbesondere bei Halbleitern, setzt das 2027er Forward-KGV von 15,7x gegenüber dem aktuellen KGV von 37x eine Gewinnsteigerung von rund 135% voraus. Bleiben diese erwarteten Gewinne aus, werden die heute vermeintlich günstigen Bewertungen deutlich relativiert.

Zur Einordnung: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Beim Forward-KGV werden statt der Gewinne der vergangenen zwölf Monate die erwarteten Gewinne der kommenden Jahre verwendet. Steigen die Gewinnerwartungen stärker als die Kurse, sinkt das Forward-KGV, obwohl die Aktien teurer geworden sind.

Kombiniertes Diagramm: erwartetes Gewinnwachstum (Säulen) und KGV 2027e (Markierungen) von elf Aktienindizes – Nasdaq 100 mit dem höchsten Gewinnwachstum, MSCI EM mit dem tiefsten KGV

KI-Boom oder KI-Blase: Worauf es jetzt ankommt

Ob die Aktienmärkte eine KI-Blase bilden, lässt sich nicht an der Kursentwicklung allein ablesen. Entscheidend ist, ob die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz weiterhin in steigende Umsätze, Margen und Gewinne münden. Die kritischen Stimmen stützen sich auf zwei Beobachtungen: Die Marktbreite ist so schmal wie zuletzt um die Jahrtausendwende, und ein Teil der ausgewiesenen Gewinne stammt aus Buchgewinnen auf Beteiligungen an nicht kotierten KI-Unternehmen. Hinzu kommen Segmente wie die Halbleiter, deren Bewertung eine Gewinnsteigerung von rund 135% voraussetzt.

Für die wichtigsten Regionen erscheinen die erwarteten Gewinnpfade aus Sicht unseres CIO jedoch grundsätzlich plausibel. Solange Konjunktur und Gewinnentwicklung intakt bleiben, überwiegt aus heutiger Sicht das Positive. Die Erwartungen sind allerdings hoch und damit auch die Fallhöhe.

Qualität und Diversifikation bleiben entscheidend

Solange aber Konjunktur und Gewinnentwicklung intakt bleiben, können Rücksetzer für einen schrittweisen Positionsaufbau genutzt werden. Regional bleiben neben den USA auch Europa und die Schwellenländer attraktiv. Schweizer Dividendenaktien bieten defensive Qualitäten und stabile Cashflows und sollten innerhalb des Schweizer Aktienmarktes weiterhin bevorzugt werden.

Dieser Beitrag stammt aus dem smzh Investment Guide November 2026 (Redaktionsschluss: 28. Oktober 2026). Den vollständigen Guide können Sie als PDF herunterladen.

Author:
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Bekim Laski

Chief Investment Officer und Partner
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