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Leitfaden zur Anlageberatung in der Schweiz

Eine gute Anlageberatung nimmt Ihnen keine Entscheidung ab – sie macht sie nachvollziehbar. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, worauf Sie bei der Wahl einer Anlageberatung achten sollten, wie ein seriöser Beratungsprozess abläuft und welche Regeln in der Schweiz gelten. Damit Sie die richtigen Fragen stellen können, bevor Sie investieren.

Person wertet am Schreibtisch Finanzberichte mit Kreis- und Balkendiagrammen aus und rechnet dabei auf einem Taschenrechner, daneben liegen Laptop und Tablet

Worauf Sie bei der Wahl einer Anlageberatung achten sollten

Vier Punkte, die Sie vor der Unterschrift klären sollten.

Diese vier Fragen gelten unabhängig davon, für welchen Anbieter Sie sich entscheiden. Wer sie ohne Umschweife beantwortet, arbeitet transparent.

Unabhängigkeit

  • Die Frage: Ist die Beratung an bestimmte Produktanbieter gebunden?
  • Worauf achten: Lassen Sie sich offenlegen, ob Vertriebsentschädigungen fliessen und wie mit ihnen umgegangen wird.
  • Rechtlicher Hintergrund: Das FIDLEG verlangt die Offenlegung von Interessenkonflikten.

Kostentransparenz

  • Die Frage: Was kostet mich die Beratung insgesamt pro Jahr?
  • Worauf achten: Beratungshonorar, Produktkosten, Depotgebühren und Transaktionskosten gehören zusammengerechnet – als Gesamtbetrag in Franken, nicht nur in Prozent.
  • Warnsignal: Kosten, die nur in Prozent und nie als Gesamtbetrag genannt werden.

Registrierung und Qualifikation

  • Die Frage: Ist meine Beraterin oder mein Berater im Beraterregister eingetragen?
  • Worauf achten: Der Eintrag setzt Fachwissen und Kenntnis der FIDLEG-Verhaltensregeln voraus.
  • Zusätzlich: Eine Berufshaftpflichtversicherung oder gleichwertige finanzielle Sicherheiten sind Pflicht.

Dokumentation

  • Die Frage: Bekomme ich die Empfehlung und ihre Begründung schriftlich?
  • Worauf achten: Eignungsprüfung, vereinbarte Anlagestrategie und Beratungsgespräche gehören dokumentiert.
  • Der Nutzen: Nachvollziehbarkeit – auch Jahre später und auch bei einem Beraterwechsel.

So läuft eine Anlageberatung ab

1

Ausgangslage klären

  • Vermögen, Einkommen, Verpflichtungen und Zeithorizont: Ohne ein vollständiges Bild Ihrer finanziellen Situation lässt sich keine sinnvolle Anlagestrategie ableiten.

2

Risikoprofil bestimmen

  • Risikofähigkeit und Risikobereitschaft sauber trennen: Was Sie sich finanziell leisten können und was Sie emotional aushalten, sind zwei verschiedene Fragen.

3

Anlagestrategie festlegen

  • Aufteilung auf die Anlageklassen: Aktive und passive Bausteine, Anlagehorizont und allfällige ESG-Kriterien werden schriftlich festgehalten.

4

Umsetzung

  • Auswahl der Instrumente und Depoteröffnung: Hier zeigt sich, ob die empfohlenen Produkte wirklich zur vereinbarten Strategie passen – und was sie kosten.

5

Regelmässige Überprüfung

  • Standortbestimmung statt Aktionismus: Angepasst wird, wenn sich Ihre Lebenssituation oder Ihre Ziele ändern – nicht bei jeder Marktbewegung.

Aktiv, passiv oder kombiniert?

Die Grundsatzentscheidung jeder Anlagestrategie.

Für eine erfolgreiche Vermögensverwaltung ist die Wahl der richtigen Anlagestrategie entscheidend. Sie hängt von Ihren Zielen, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont ab – und ist selten ein Entweder-oder.

Aktive Anlagestrategien

  • Ziel: Eine Überrendite gegenüber einem Vergleichsindex erzielen.
  • Vorgehen: Gezielte Auswahl von Einzeltiteln oder Märkten, gestützt auf Fundamentalanalysen und makroökonomische Einschätzungen.
  • Stärke: Kann in volatilen Märkten durch gezielte Selektion punkten.
  • Zu beachten: Höherer Verwaltungsaufwand und damit höhere Kosten.

Passive Anlagestrategien

  • Ziel: Einen Vergleichsindex wie SMI oder MSCI World möglichst genau nachbilden.
  • Vorgehen: Nachbildung der Indexzusammensetzung statt aktiver Titelselektion.
  • Stärke: Geringere Kosten und breitere Diversifikation über alle Indextitel.
  • Zu beachten: Eine Überrendite ist konstruktionsbedingt nicht das Ziel.

Risiko, Rendite und die Wahl der Instrumente

Ein beliebtes Instrument für passive Anlagestrategien sind börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs. Sie bilden die Wertentwicklung eines Vergleichsindex nach, können wie Aktien jederzeit an der Börse gehandelt werden und bieten hohe Flexibilität, Transparenz und niedrige Kosten. Klassische Indexfonds werden ebenfalls passiv verwaltet, aber nur einmal pro Tag zum Nettoinventarwert gehandelt – dafür oft mit noch geringeren Gebühren.

In der Schweiz sind ETFs auf die gängigen Indizes wie SMI, SPI oder MSCI Switzerland erhältlich. Auch Sektoren, Regionen oder Themen wie Nachhaltigkeit lassen sich abbilden. Durch die Kombination verschiedener ETFs kann ein breit diversifiziertes Portfolio aufgebaut werden.

  • Kombination beider Stile: Aktive Strategien punkten in volatilen Märkten, passive profitieren von der langfristigen Aufwärtsbewegung der Märkte.
  • Nachhaltigkeit: ESG-Kriterien bewerten Unternehmen nach Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung – über Ausschluss- wie Positivkriterien.
Diagramm: erwartete Rendite und erwartetes Risiko der Anlageprofile Festverzinslich, Rendite, Ausgewogen, Wachstum und Aktien, mit Tabelle der Aufteilung auf Liquidität, Obligationen, Aktien und alternative Anlagen

Der regulatorische Rahmen

Wer in der Schweiz beraten darf – und nach welchen Regeln.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) übernimmt als unabhängige Aufsichtsbehörde eine zentrale Rolle: Sie schützt die Finanzmarktkunden, insbesondere Gläubiger, Anleger und Versicherte.

FINMA-Aufsicht

  • Was gilt: Richtlinien und Rundschreiben der FINMA sind für Finanzdienstleister verbindlich.
  • Konkret: Angemessenheit und Eignung von Anlageprodukten müssen geprüft und dokumentiert, Risiken, Kosten und Interessenkonflikte offengelegt werden.
  • Durchsetzung: Regelmässige Kontrollen, bei Verstössen Sanktionen.

FIDLEG und FINIG

  • Seit: Januar 2020 in Kraft – das Finanzdienstleistungsgesetz und das Finanzinstitutsgesetz.
  • Ziel: Stärkerer Kundenschutz, höhere Transparenz- und Sorgfaltspflichten.
  • Folge: Registrierungspflicht für Kundenberater, Prospektpflicht und Basisinformationsblatt für Finanzprodukte.

MiFID II und AIA

  • MiFID II: Die europäische Richtlinie wirkt auch auf den Schweizer Finanzplatz – mit strengeren Vorgaben für Produkt-Governance und Vergütungen.
  • AIA: Der Automatische Informationsaustausch dient der Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Geldwäsche.
  • Folge: Meldepflichten für Finanzinstitute und erhöhte Sorgfalt bei der Kundenidentifikation.

Was Kundenschutz konkret bedeutet

Finanzdienstleister müssen im besten Interesse ihrer Kunden handeln und deren Bedürfnisse und Ziele berücksichtigen. Dazu gehört eine sorgfältige Abklärung der finanziellen Situation, der Risikofähigkeit und -bereitschaft sowie der Anlagekenntnisse. Auf dieser Basis erfolgt die Empfehlung geeigneter Anlageprodukte.

Die Dokumentation der Beratungsgespräche und der vereinbarten Anlagestrategie schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit – für Sie, nicht fürs Archiv. Fragen Sie danach, wenn sie Ihnen nicht von selbst angeboten wird.

Zwei Personen im Gespräch am Eingang eines smzh Büros, im Hintergrund zwei weitere Personen an einem Schreibtisch

Digital, persönlich oder hybrid?

Robo-Advisors sind günstig und jederzeit verfügbar.

Robo-Advisors erstellen auf Basis von Algorithmen automatisierte Anlagevorschläge – günstig, rund um die Uhr verfügbar und transparent. Bei komplexen Anlagefragen und in turbulenten Marktphasen ersetzen sie das Gespräch aber nicht. Deshalb setzen viele Anbieter auf hybride Modelle, und eine professionelle Finanzberatung in Zürich verbindet heute digitale Werkzeuge mit persönlicher Expertise.

Vorteile digitaler Lösungen

  • Kosten: Kostengünstige und effiziente Anlageberatung.
  • Verfügbarkeit: Hohe Transparenz und jederzeitige Verfügbarkeit.
  • Individualisierung: Individualisierte Lösungen dank Datenanalyse.
  • Zugang: Einfacher Zugang auch für Anleger mit kleinen Vermögen.

Grenzen digitaler Lösungen

  • Beratung: Fehlende persönliche Beratung und emotionale Unterstützung.
  • Eigenregie: Risiko von Fehlentscheidungen bei selbstständiger Nutzung.
  • Komplexität: Begrenzte Möglichkeiten bei komplexen Anlagefragen.
  • Daten: Datenschutz- und Sicherheitsbedenken.

Steuern im Blick behalten

Die Steuerlast gehört in die Strategie, nicht erst in die Steuererklärung.

Je nach Wahl der Wertschriften und Anlagevehikel lassen sich die Steuern auf Kapitalerträge und Vermögen optimieren. Zinserträge aus Obligationen und Bankguthaben unterliegen in voller Höhe der Einkommenssteuer, Dividenden aus Aktien werden nur teilweise besteuert, und Kapitalgewinne im Privatvermögen bleiben steuerfrei, sofern kein gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt.

Steuerprivilegierte Gefässe wie die Säule 3a oder Freizügigkeitskonten gehören ebenso in die Überlegung. Wer auch im Ausland investiert, sollte Doppelbesteuerungsabkommen prüfen und ausländische Erträge korrekt in der Schweizer Steuererklärung deklarieren.

Die drei häufigsten Denkfallen

Wer die Muster kennt, fällt seltener darauf herein.

Anlageentscheide sind selten rein rational. Die Verhaltensökonomie kennt drei Muster, die uns in der Beratung besonders häufig begegnen – und je ein Gegenmittel dazu.

Verlustaversion

  • Das Muster: Verluste wiegen schwerer als gleich hohe Gewinne.
  • Die Folge: Zu langes Festhalten an Verlustpositionen oder insgesamt zu risikoscheues Verhalten.
  • Das Gegenmittel: Eine im Voraus definierte Strategie, die festlegt, wann umgeschichtet wird.

Selbstüberschätzung

  • Das Muster: Der Glaube, den Markt schlagen zu können.
  • Die Folge: Übereilte Entscheidungen und unnötige Transaktionen, die die Rendite schmälern.
  • Das Gegenmittel: Entscheide schriftlich begründen und später daran messen.

Herdenverhalten

  • Das Muster: Dem Verhalten der Masse folgen, auch wenn es irrational ist.
  • Die Folge: Übertreibungen bei Euphorie, panikartige Verkäufe in Krisenzeiten.
  • Das Gegenmittel: Ein fester Rhythmus für Überprüfungen, unabhängig von Schlagzeilen.

Ruhe bewahren, wenn die Märkte schwanken

Schwankungen an den Finanzmärkten sind eine psychologische Herausforderung. In turbulenten Phasen fällt es schwer, an der Anlagestrategie festzuhalten. Höhere Renditechancen gehen immer mit höheren Schwankungen einher – wer das akzeptiert, begegnet Marktbewegungen gelassener.

Eine professionelle Vermögensverwaltung filtert die relevanten Informationen, ordnet Ereignisse ein und behält die langfristigen Ziele im Blick. Angepasst wird nur, wenn es die Anlagestrategie erfordert. Eine ganzheitliche Finanzberatung in der Schweiz betrachtet dabei nicht nur die Geldanlage, sondern auch Ihre persönliche Situation und Lebensplanung.

Dunkle Bildkachel mit Glühbirnen-Symbol und dem Schriftzug Tipps und Tricks

Gute Beratung erkennen Sie an den Fragen, die sie Ihnen stellt

Unabhängigkeit, transparente Kosten, saubere Dokumentation und eine Strategie, die zu Ihrer Lebenssituation passt – daran lässt sich eine Anlageberatung messen. Wir nehmen uns die Zeit für diese Abklärung, bevor über Produkte gesprochen wird.

Das Erstgespräch unseres 360°-Check-Ups ist kostenfrei und unverbindlich.

Über uns

smzh ag steht für eine unabhängige, umfassende und massgeschneiderte Finanzlösung, die für jeden zugänglich ist. Dabei ist uns vor allem der regelmässige persönliche Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden wichtig. Denn nur so kennen wir ihre Ziele und Wünsche und diese stehen bei unseren Überlegungen immer im Mittelpunkt. Wir setzen alles daran, die optimale Lösung für die aktuelle Lebenslage und alle zukünftigen zu finden.

Gzim Hasani, CEO der smzh ag
Gzim Hasani, CEO
200MitarbeiterInnen
18'000KundInnen
13Standorte

Unsere Werte

Verantwortung

Wir handeln stets verantwortungsbewusst gegenüber unseren Kundinnen und Kunden, Partnern und der Gesellschaft, indem wir in jeder Entscheidung höchste Sorgfalt walten lassen.

Kundenorientierung

Die Bedürfnisse und Ziele unserer Kundinnen und Kunden stehen im Zentrum unserer täglichen Arbeit.

Vertrauen

Vertrauen ist die Grundlage unserer Arbeit – wir bewahren es mit grösster Sorgfalt, indem wir für unsere Kundinnen und Kunden stets die optimalen Lösungen finden.

Langfristigkeit

Langfristige und nachhaltige Lösungen für unsere Kundinnen und Kunden.

Unternehmerischer Geist

Wir sind stets bestrebt, innovative Lösungen zu entwickeln, die unseren Kundinnen und Kunden echten Mehrwert bieten.

Unabhängigkeit

Unser Grundsatz der Unabhängigkeit erlaubt es uns, immer im Interesse unserer Kundinnen und Kunden zu handeln.