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Ausblick Franken, Dollar und Gold

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5 Okt 2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Schweizer Franken schwächt sich kurzfristig ab, getrieben von Dollarstärke und höheren US-Zinserwartungen.
  • Strukturelle Frankenstärke bleibt aber dank solider Fundamentaldaten und anhaltender Qualitätsmerkmale intakt.
  • Gold bleibt trotz erhöhter Volatilität ein attraktives Diversifikationsinstrument in Portfolios.

Geldpolitische Divergenz als zentraler Treiber

Die Devisenmärkte standen im September im Zeichen eines stärkeren US-Dollars. Steigende US-Renditen und die Aussicht auf eine weiterhin restriktive Geldpolitik der US-Notenbank erhöhten die Attraktivität von Dollaranlagen. Der Schweizer Franken gab gegenüber dem US-Dollar ebenfalls nach, wenn auch weniger stark als zahlreiche andere Hauptwährungen. Auch gegenüber dem Euro schwächte sich der Franken ab, wodurch sich die seit dem Frühjahr beobachtete Abwertung fortsetzte.

USD/CHF: Der Weg des geringsten Widerstands führt nach oben

Während die SNB ihren Leitzins bei 0% belässt und kurzfristig keinen klaren Pfad zu einer geldpolitischen Straffung erkennen lässt, verfolgen die Fed und die EZB einen restriktiveren Kurs. Schätzungen zum fairen Wert deuten darauf hin, dass der Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar nicht mehr wesentlich überbewertet ist. Gleichzeitig wird der Franken zunehmend als Finanzierungswährung für Carry-Trades genutzt, eine Rolle, die bislang vor allem dem japanischen Yen zukam. Der Schweizer Franken dürfte gegenüber dem US-Dollar tendenziell weiter an Wert verlieren.

EUR/CHF: gegenläufige Kräfte

Beim EUR/CHF-Wechselkurs wirken hingegen gegenläufige Kräfte: Politische Risiken und das weiterhin verhaltene Wachstum belasten den Euro, während das tiefe Zinsniveau in der Schweiz den Franken schwächt. Insgesamt dürfte sich der EUR/CHF-Wechselkurs kurzfristig in einer Bandbreite bewegen, ohne klare Richtung.

Liniendiagramm: Franken seit 1. Januar 2026, indexiert bei 100 – USD/CHF und EUR/CHF steigen, der reale effektive Wechselkurs des Frankens (Citi REER, enger Warenkorb) fällt auf rund 96
REER: realer effektiver Wechselkurs, inflationsbereinigt, enger Korb von 27 Volkswirtschaften.

Gold hat etwas an Glanz verloren, nicht aber an Relevanz

Nachdem sich der Goldpreis im August teilweise von der schwachen Entwicklung im Jahresverlauf erholt hatte, geriet er im September erneut unter Druck. Höhere US-Realzinsen, ein stärkerer US-Dollar und die restriktivere Haltung der US-Notenbank, die ihren Leitzins im September erhöhte, belasteten den Goldpreis.

Liniendiagramm: Goldpreis in USD und Rendite 5-jähriger US-Staatsanleihen von Januar 2025 bis September 2026 – zuletzt steigende Renditen bei nachgebendem Goldpreis

Die strukturellen Treiber bleiben intakt

Die strukturellen Faktoren, die Gold stützen, bleiben jedoch grundsätzlich intakt. Die Zentralbanken sind weiterhin Nettokäufer, wenn auch mit teilweise geringerer Dynamik. Zudem verzeichneten Gold-ETFs nach den Abflüssen im Mai und Juni gemäss Bloomberg im Juli und August wieder Zuflüsse. Geopolitische Unsicherheiten, Bedenken hinsichtlich der US-Fiskalpolitik und die Diversifikation von Währungsreserven unterstützen die strategische Nachfrage.

Gold im Portfolio: Reserve- und Diversifikationsanlage

Für die kommenden Monate bleibt die Geldpolitik ein entscheidender Einflussfaktor. Ein anhaltend hohes Zinsniveau und ein starker US-Dollar begrenzen das kurzfristige Aufwärtspotenzial. Längerfristig bleibt Gold jedoch als Reserve- und Diversifikationsanlage relevant, insbesondere angesichts fiskalischer Risiken und geopolitischer Unsicherheiten. Gleichzeitig sollten Anleger berücksichtigen, dass Gold in Stressphasen auch deutliche Rücksetzer erleiden kann. Dennoch bleibt die Rolle von Gold in Portfolios angesichts des aktuellen Marktumfelds zu Recht im Fokus der Anleger.

Dieser Beitrag stammt aus dem smzh Investment Guide Oktober 2026 (Redaktionsschluss: 25. September 2026). Den vollständigen Guide über alle Anlageklassen hinweg können Sie als PDF herunterladen.

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Bekim Laski

Chief Investment Officer und Partner
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