Das Wichtigste in Kürze
- Der Schweizer Franken schwächt sich kurzfristig ab, getrieben von Dollarstärke und höheren US-Zinserwartungen.
- Strukturelle Frankenstärke bleibt aber dank solider Fundamentaldaten und anhaltender Qualitätsmerkmale intakt.
- Gold bleibt trotz erhöhter Volatilität ein attraktives Diversifikationsinstrument in Portfolios.
Geldpolitische Divergenz als zentraler Treiber
Die Devisenmärkte standen im September im Zeichen eines stärkeren US-Dollars. Steigende US-Renditen und die Aussicht auf eine weiterhin restriktive Geldpolitik der US-Notenbank erhöhten die Attraktivität von Dollaranlagen. Der Schweizer Franken gab gegenüber dem US-Dollar ebenfalls nach, wenn auch weniger stark als zahlreiche andere Hauptwährungen. Auch gegenüber dem Euro schwächte sich der Franken ab, wodurch sich die seit dem Frühjahr beobachtete Abwertung fortsetzte.
USD/CHF: Der Weg des geringsten Widerstands führt nach oben
Während die SNB ihren Leitzins bei 0% belässt und kurzfristig keinen klaren Pfad zu einer geldpolitischen Straffung erkennen lässt, verfolgen die Fed und die EZB einen restriktiveren Kurs. Schätzungen zum fairen Wert deuten darauf hin, dass der Franken gegenüber dem Euro und dem US-Dollar nicht mehr wesentlich überbewertet ist. Gleichzeitig wird der Franken zunehmend als Finanzierungswährung für Carry-Trades genutzt, eine Rolle, die bislang vor allem dem japanischen Yen zukam. Der Schweizer Franken dürfte gegenüber dem US-Dollar tendenziell weiter an Wert verlieren.
EUR/CHF: gegenläufige Kräfte
Beim EUR/CHF-Wechselkurs wirken hingegen gegenläufige Kräfte: Politische Risiken und das weiterhin verhaltene Wachstum belasten den Euro, während das tiefe Zinsniveau in der Schweiz den Franken schwächt. Insgesamt dürfte sich der EUR/CHF-Wechselkurs kurzfristig in einer Bandbreite bewegen, ohne klare Richtung.



