Nachdem sowohl die EZB als auch die US-Fed ihre Leitzinsen wie erwartet um 0.25% erhöht haben, richtet sich der Fokus nun auf die Schweizerische Nationalbank, die am 24. September über ihre Geldpolitik entscheidet.
Folgt die SNB dem internationalen Straffungskurs? Nachdem sie im Juni am Nullzins festgehalten hat, spricht nach aktueller Datenlage weiterhin wenig für eine Zinserhöhung im September. Interessanter ist vielmehr die Frage, ob sich mit der robusteren Konjunktur und der höheren Inflation bereits die Grundlage für eine erste Zinserhöhung im Jahr 2027 bildet.
2027 rückt in den Fokus
Die SNB nimmt geldpolitisch eine Sonderstellung ein. Die Schweizer Konsumentenpreise stiegen im August um 0,8% gegenüber dem Vorjahr. Auch die Konjunkturdaten zeichnen ein konstruktiveres Bild. Das sporteventbereinigte BIP wuchs im zweiten Quartal um 1,5% gegenüber dem Vorquartal, nach 0,5% im ersten Quartal. Besonders dynamisch entwickelte sich der Industriesektor. Die Wertschöpfung legte um 3,9% zu. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im August von 53,2 auf 57,1 Punkte und signalisiert damit eine deutlich stärkere Expansion der Industrie. Auch das KOF-Konjunkturbarometer verbesserte sich auf 106,7 Punkte und liegt damit über seinem langfristigen Durchschnitt. Die Konsumentenstimmung hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls verbessert, bleibt mit −33 Punkten jedoch verhalten. Insgesamt deutet dies auf eine sich erholende, aber noch nicht überhitzte Schweizer Wirtschaft hin.



