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Investment Guide - April 2025

Artikel
31 Mär 2025
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Europas Erwachen

Die Agenda von Präsident Donald Trump, unter dem alten Slogan «Make America Great Again», zielt darauf ab, die US-Wirtschaft zu stärken und die nationale Souveränität zu betonen. Paradoxerweise haben seine Rhetorik und aggressive Handelspolitik bislang dazu geführt, dass die Aktienmärkte in jeder Region, in der er mit Zöllen gedroht hat, wie Kanada, Mexiko, China und Europa, im Laufe des Jahres besser abgeschnitten haben als ihre US-amerikanischen Pendants.

In Europa wird Trumps harte Politik endlich als Signal verstanden, sich unabhängiger auf der globalen Bühne zu positionieren. Als Reaktion haben viele europäische Länder bedeutende wirtschaftliche Massnahmen eingeläutet, wobei erhöhte Verteidigungsausgaben eine zentrale Rolle spielen. Nicht nur Deutschland, sondern auch andere europäische Länder reagieren mit verstärkten Investitionen in ihre Verteidigungsindustrien und innovativen Technologien, um ihre geopolitische Stellung zu festigen und unabhängiger von äusseren Einflüssen zu agieren.

Diese Dynamik zeigt, dass Trumps Politik, obwohl sie darauf abzielt, die US-Position zu stärken, auch strategische Vorteile für Konkurrenten bietet. Indem er sie zwingt, auf globale Wettbewerbsdynamiken zu reagieren, profitiert die internationale Gemeinschaft von einer verbesserten wirtschaftlichen und militärischen Koordination. Aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass der harte Ansatz der Trump-Administration mehr Vorteile als Schaden für ihre Konkurrenten bringen könnte, da diese stärker und innovativer auf neue globale Bedingungen reagieren.

Auch wenn Russland keine existenzielle Bedrohung für Europa darstellen dürfte und sich die USA von Europa nicht komplett abwenden, könnte die Wahrnehmung eines Paradigmenwechsels Reformen und Integration in Europa in Gang setzen. Daher hat Trumps Politik das Potenzial, Europa zu vereinen und zu einer kohärenten geopolitischen Einheit zu machen.

Für Investoren bieten diese Entwicklungen sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Die Aufrechterhaltung eines diversifizierten Portfolios bleibt entscheidend, um volatile Märkte zu navigieren. Strukturelle Veränderungen schaffen weiterhin Chancen, die unabhängig von kurzfristigen Entwicklungen bestehen bleiben. Durch die Identifizierung wichtiger Investitionsmöglichkeiten inmitten geopolitischer Verschiebungen können Investoren vom sich entwickelnden globalen Wirtschaftsgefüge profitieren.

Wir hoffen, dass Sie diese Ausgabe unseres smzh Investment Guide inspirierend finden.

Freundliche Grüsse

Gzim Hasani, CEO

Bekim Laski, CFA, Chief Investment Officer

Globale Wirtschaft

  • Trotz jüngster Revisionen dürfte das globale reale BIP-Wachstum im Jahr 2025 nahe bei 3% liegen.
  • Weitere Zinssenkungen seitens Zentralbanken erwartet, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass.
  • Inflation geht allgemein weiter zurück, mit Risiken einer hartnäckigen Teuerung in den USA.
  • Nach der Zinssenkung im März dürfte die SNB ihren Zinssenkungszyklus beendet haben.

US-Wirtschaftswachstum lässt nach, Rezessionsängste scheinen jedoch übertrieben

Die aggressive Handelspolitik von Präsident Donald Trump beginnt, sowohl die inländische als auch die globale Wirtschaft erheblich zu beeinflussen. Die meisten Zollpläne von Präsident Trump wurden bis zum 2. April verschoben, ein Datum, das er wiederholt als «Befreiungstag in Amerika» beschrieben hat. An diesem Tag solle jedes Land eine Zahl erhalten, die seiner Meinung nach gerechte Zölle repräsentiert. Was genau nach diesem Datum passieren wird, bleibt jedoch ungewiss, mit dem Risiko von Vergeltungsmassnahmen der Handelspartner. Dieses Klima der Unvorhersehbarkeit hat Unternehmen, Konsumenten, als auch Zentralbanken weltweit zu grösserer Vorsicht veranlasst, was die allgemeine Stimmung und Handlungen beeinflusst. Einige Marktteilnehmer haben sogar vor erhöhten Rezessionsrisiken in den USA gewarnt, auch wenn diese zurzeit als unwahrscheinlich einzustufen sind.

In der Zwischenzeit hat die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins unverändert gelassen, aber ihre Wachstumsprognose für 2025 von 2.1% auf 1.7% gesenkt und die Inflationsprognose auf 2.7% erhöht. Fed- Vorsitzender Jerome Powell betonte die Herausforderungen, welch durch die Zollpolitik herbeigeführt werden, aber er betonte auch, dass die dadurch verursachte Inflation vorübergehend sein dürfte. Er bemerkte zudem, dass trotz schwächeren Umfragedaten die harten Wirtschaftsdaten widerstandsfähig bleiben, was der Fed eine abwartende Haltung ermöglicht. Die Fed stellt zwei Zinssenkungen von jeweils 0.25% in diesem Jahr in Aussicht, während Marktteilnehmer eher drei erwarten.

EZB mit weiteren Zinssenkungen, SNB wahrscheinlich am Ende des Lockerungszyklus

Die europäische Wirtschaft befindet sich auf einem vorsichtigen Erholungspfad, obwohl die Wachstumserwartungen aufgrund anhaltender Unsicherheiten im globalen Handel und geopolitischer Spannungen leicht nach unten revidiert wurden. Die angekündigten Initiativen verschiedener Länder, angeführt von Deutschland, zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben und Infrastrukturinvestitionen sollten aber langfristig positive Wachstums-Effekte in der europäischen Wirtschaft erzeugen. Es wird erwartet, dass die EZB im Jahr 2025 bis zu drei zusätzliche Zinssenkungen durchführt.

Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins für den Rest des Jahres stabil hält, nachdem sie ihn im März von 0.5% auf 0.25% gesenkt hat, was die fünfte aufeinanderfolgende Senkung seit März 2024 markiert. Diese Massnahme spiegelt die Einschätzung der SNB wider, dass die aktuellen geldpolitischen Rahmenbedingungen angesichts leicht höherer Inflationsprognosen und der Wirksamkeit der vorherigen Senkungen zur Preisstabilität angemessen sind.

Grösste Handelsdefizite der USA 2024 - mobile

Anleihenmärkte

  • Investment-Grade Unternehmensanleihen weiterhin mit leichtem Vorteil gegenüber Staatsanleihen.
  • Hochwertige Hochzinsanleihen bieten trotz niedriger Spreads attraktive Gesamtrenditechancen.
  • Private Credit und Immobilien stellen attraktive Alternativen zu Anleihen dar.

Volatilität bei Staatsanleihen hält an

US-amerikanische und europäische Anleihemärkte haben im Laufe des Jahres eine gemischte Performance gezeigt. Der starke Anstieg der Renditen von 10-jährigen US-Staatsanleihen zu Beginn des Jahres hat sich inzwischen infolge schwächeren wirtschaftlichen Umfragedaten abgeschwächt. Gegeben den Unsicherheiten hinsichtlich der hartnäckigen Inflation und der US-Handelspolitik dürfte die Volatilität auch in den kommenden Monaten erhöht bleiben.

Im Gegensatz zu den USA sind die Renditen von Staatsanleihen in Europa im März deutlich gestiegen, was zu fallenden Anleihen-Preisen führt. Nach der Ankündigung eines fiskalischen Pakets in Deutschland zur Förderung der Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen sind die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen allein im März um etwa 0.4% gestiegen. Dieser Anstieg ist auf die erwartete Zunahme der neuen Staatsverschuldung und gleichzeitig höheres Wirtschaftswachstum zurückzuführen, was sich auf die langfristigen Zinssätze auswirkt. Da deutsche Staatsanleihen in Europa oft als Benchmark gelten, hat dies auch zu einem Anstieg Schweizer Anleiherenditen geführt, da die Zinsmärkte verschiedener Länder oft miteinander korrelieren.

Diese Volatilität wirkt sich auch auf die Märkte für Unternehmensanleihen aus. Während sich die Kredit-Spreads für US-Investment-Grade (IG) ausgeweitet haben, haben sich die europäischen IG-Spreads verengt und handeln nun erstmals seit 2022 auf ähnlichem Niveau. In den USA sorgen Bedenken über höhere Handelsbarrieren für Vorsicht bei Unternehmen und Verbrauchern während sich die Stimmung in Europa verbessert hat, unterstützt durch expansive fiskalische Massnahmen aus Deutschland, die das Vertrauen in die Wachstumsaussichten der Gesamtregion stärken.

Herausforderungen für Schweizer Investoren bestehen weiterhin

Im Portfolio-Kontext bleibt eine Kombination aus Investment-Grade-Anleihen, hochwertigen Hochzinsanleihen und selektiven Schwellenländeranleihen attraktiv, insbesondere im Vergleich zu Staatsanleihen in niedrig verzinslichen Regionen wie der Schweiz. Denn trotz wachsender Sorgen um das Wirtschaftswachstum sehen die Fundamentaldaten der Unternehmen weiterhin solide aus. Sofern es nicht zu einer grösseren Verschlechterung der allgemeinen Risikostimmung kommt, scheint der Gesamtrenditeausblick angemessen attraktiv. Für Investoren, die Illiquiditätsrisiken aushalten können, bieten sich alternative Möglichkeiten in Private Credit, Private Equity oder Immobilien an.

Vergleich wichtiger Anleihemärkte - mobile

Aktienmärkte

  • Ein diversifizierter Ansatz in US-Aktien erscheint immer noch am attraktivsten.
  • Rückenwind für europäische Aktien nimmt zu, trotz der anhaltenden Herausforderungen durch die US-Handelspolitik. Eine Lösung des Ukraine-Krieges könnte die Stimmung weiter verbessern. Fokus richtet sich nun auf Small- und Mid-Caps.
  • Schweizer Aktien bieten eine Mischung aus Wachstumspotenzial und Stabilität, wobei Einkommensstrategien wie defensive Dividenden besonders attraktiv erscheinen.
  • Volatilitätssprünge bieten interessante Gelegenheiten, Derivatestrategien beizumischen.

US-Aktien erleben ihre erste 10%-Korrektur seit 2022

Einer der stärksten Trends dieses Jahres war die Umschichtung von Kapital aus US-Aktien in ausländische Märkte. Wichtige US-Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq erlebten ihre erste 10%-Korrektur von den jüngsten Höchstständen – der grösste Rückgang seit dem Sell-Off im Jahr 2022. Einer der Haupttreiber dieser Korrektur war das Nachlassen der Dominanz der wichtigsten Treiber technologischer Innovationen, den sogenannten Magnificent-7 (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla). Obwohl die Umsätze, Gewinne und Margen der Technologieunternehmen stabil bleiben und der Sektor laut den neuesten Bloomberg-Konsenserwartungen weiterhin das schnellste erwartete Wachstum in diesem Jahr zeigt, erscheint der Ansatz einer diversifizierteren Investition in US-Aktien abseits der Magnificent-7 immer noch als vernünftig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Anleger den S&P 500-Index komplett meiden sollten. Vielmehr bieten Anlagelösungen mit gleichgewichtetem Engagement eine attraktivere Möglichkeit, um das Risiko der Magnificent-7 zu diversifizieren.

Europäische und Schweizer Aktien weiter im Aufwind

Europa war im Jahresverlauf bereits ein besonderer Nutzniesser dieser Kapitalströme, und der historische Wandel der Fiskalpolitik Deutschlands hat zusätzliche Aufmerksamkeit internationaler Investoren herbeigeführt. Optimistischere Einschätzungen zu den Unternehmensgewinnen, eine unterstützende Zentralbankpolitik und der Bewertungsabschlag im Vergleich zu US-Aktien haben die Marktteilnehmer dazu veranlasst, diese Aussichten den Risiken potenzieller US-Zölle vorzuziehen. Zusätzlich steigert die Möglichkeit eines Waffenstillstands in der Ukraine die Stimmung in Europa. Diese Faktoren deuten darauf hin, dass europäische und Schweizer Aktien das Potenzial haben, andere Märkte selbst in einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld zu übertreffen. Während breite Aktienindizes, insbesondere in Deutschland, nach ihrer starken Performance möglicherweise eine Konsolidierungsphase durchlaufen, scheint der Ausblick für Small- und Mid-Cap-Aktien weiterhin intakt, da sie direkter von einer wirtschaftlichen Erholung profitieren können.

Vergleich wichtiger Aktienmärkte - mobile

Währungen und Gold

  • Die Stärke des US-Dollars lässt nach, wobei die Volatilität voraussichtlich erhöht bleibt.
  • Der Schweizer Franken befindet sich im Spannungsfeld zwischen hohen Bewertungen und seinem Status als sicherer Hafen.
  • Gold dürfte weiter glänzen, auch wenn eine gesunde Konsolidierung angezeigt wäre.

USD – Quo Vadis?

Präsident Trump und seine Regierung haben wiederholt ihren Wunsch geäussert, den Dollar zu schwächen. Diese Haltung ist darauf ausgerichtet, die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte zu erhöhen. Unter den Vorschlägen, die von Regierungsberatern zur Erreichung dieses Ziels diskutiert wurden, ist eine bemerkenswerte Idee die Ausgabe von langfristigen Staatsanleihen mit Laufzeiten von 100 Jahren, sogenannten Jahrhundertanleihen. Diese Anleihen könnten der US-Regierung günstige, langfristige Finanzierungsmöglichkeiten bieten und gleichzeitig Dollarbestände riskanter und weniger attraktiv für Ausländische Investoren machen, wodurch der Dollar geschwächt würde. Ein weiterer Vorschlag, der in Betracht gezogen wird, ist die Einführung einer «Nutzungsgebühr» auf US-Staatsanleihen. Diese Gebühr würde für ausländische Investoren zusätzliche Kosten verursachen und sie weiter davon abhalten, dollar-denominierte Vermögenswerte zu halten, was zu einer Abwertung des Dollars beitragen würde. Nicht überraschend warnen jedoch Kritiker davor, dass solche Massnahmen das Vertrauen ausländischer Investoren untergraben und die Stellung des US-Dollars als weltweite Leitwährung schwächen würde.

CHF stabilisiert sich, aber Abwärtsrisiken überwiegen

Der Euro hat in den letzten Wochen stark zugelegt und ist von 1.02 im Januar auf fast 1.10 gegenüber dem US- Dollar und von 0.92 auf 0.96 gegenüber dem Schweizer Franken gestiegen, bevor er einige der Gewinne wieder abgegeben hat. Der grösste Anstieg folgte der Ankündigung des deutschen Fiskalpakets. Während kurzfristig viel Positives im Euro-Kurs eingepreist sein könnte, werden die angekündigten Fiskalpakete zunächst die Stimmung heben und dann stärkere harte Wirtschaftsdaten unterstützen, wodurch Abwärtsrisiken für den EUR gemildert werden.

Die Reaktion des Schweizer Frankens auf die SNB-Zinssenkung fiel eher verhalten aus, da dieser Schritt grösstenteils antizipiert wurde. Im weiteren Sinne haben die nominalen Zinsdifferenzen seit Jahresbeginn auf den Schweizer Franken gedrückt, aber die Eigenschaft des Frankens als sicherer Hafen angesichts der vorherrschenden Unsicherheit hat die Währung unterstützt. US-Zollrisiken gegenüber Europa bleiben somit ein unbekanntes Element, das eine breitere Schwäche des CHF verhindert. In diesem Zusammenhang erwartet der Konsens, dass sich der EURCHF bei etwa 0.95 stabilisiert, obwohl positive Entwicklungen in der US-Zollpolitik oder die Umsetzung eines Friedensabkommens in der Ukraine zu einem stärkeren EUR und somit schwächeren CHF führen würden.

Gold glänzt weiterhin

Nach seiner herausragenden Performance von über 27% in USD im letzten Jahr hat Gold dieses Jahr bereits um weitere 15% zugelegt und zum ersten Mal überhaupt den Preis von USD 3’000 überschritten. Mit steigenden makroökonomischen Unsicherheiten haben sich die Zuflüsse in Exchange-Traded Funds (ETFs) in den letzten Wochen beschleunigt, da Investoren defensive Anlagen suchen. Diese Nachfrage kommt zusätzlich zu den strukturellen Treibern des Goldpreises der letzten Jahre, wobei Zentralbanken seit 15 Jahren Nettokäufer von Gold sind. Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass dieser Trend anhalten wird und somit weitere Aufwärtsbewegungen bei Gold zu erwarten sind, obwohl eine gesunde Konsolidierung bevorstehen könnte, welche attraktivere Einstiegsmöglichkeiten bietet.

Schweizer Immobilien

  • Tiefe Zinsen und eine hohe Kapitalverfügbarkeit stützen die Nachfrage und beleben den Transaktionsmarkt.
  • Die starke Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot an Liegenschaften, was den Wettbewerb verschärft und die Preisbereitschaft erhöht.
  • Restriktive Finanzierungsbedingungen und wachsende Mietzinsregulierungen stellen für viele Investoren zusätzliche Hürden dar.

Hohe Nachfrage in einem Umfeld von Angebotsknappheit und regulatorischen Einschränkungen

Die jüngste Leitzinssenkung der SNB stützt die Nachfrage nach Immobilienanlagen. Börsenkotierte Immobilienfonds und -aktien legten deutlich zu, und die entsprechenden Indizes bewegen sich nahe ihren Allzeithochs. Das tiefe Zinsumfeld in Kombination mit makroökonomischen Unsicherheiten macht Schweizer Immobilien für institutionelle Investoren besonders attraktiv. Viele verfolgen eine aktive Wachstumsstrategie und streben gefüllte Akquisitionspipelines an. Der Transaktionsmarkt dürfte dadurch im laufenden Jahr spürbare Impulse erhalten.

Die Umsetzung dieser Strategien ist jedoch anspruchsvoll. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Objekten an guten Lagen übersteigt das Angebot deutlich. Gleichzeitig hängt das Akquisitionspotenzial stark von der Kapitalbeschaffung ab. Bereits im vergangenen Jahr waren Fonds und Anlagestiftungen aktiv, und auch 2025 sind zahlreiche Kapitalemissionen angekündigt – häufig mit sehr kurzen Zeichnungsfristen, was auf einen steigenden Zeitdruck bei der Mittelbeschaffung hinweist.

Trotz tiefer Zinsen bleibt die Finanzierung insbesondere bei Bauprojekten herausfordernd. Striktere Kreditvergaben, tiefere Belehnungen und lange Bewilligungsverfahren erschweren die Umsetzung. Hinzu kommt der zunehmende politische Druck im Wohnbereich: Wachsende Mietzinsregulierungen schaffen Unsicherheit und könnten die Investitionsbereitschaft in betroffenen Regionen dämpfen.

Performance von indirekten Immobilienanlagen - mobile

Bitcoin

  • Trumps Executive Order zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve entfachte keine kurzfristige Marktdynamik, stellt jedoch einen langfristigen Meilenstein für die Bitcoin-Adoption dar.
  • Trotz starker Korrektur an den US-Aktienmärkten hält sich Bitcoin stabil über 80'000 USD, bleibt aber in der Performance aktuell deutlich hinter Gold zurück.
  • Der Bitcoin-Preis befindet sich weiterhin in einer Konsolidierungs- und Akkumulationsphase und benötigt klare Katalysatoren für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben.

Die US-Regierung bildet Bitcoin-Reserven

Am 6. März unterzeichnete Trump eine Executive Order zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve sowie eines staatlichen Bestands digitaler Vermögenswerte. Die Bitcoin-Reserve soll als dauerhaftes Reservevermögen dienen und wird mit beschlagnahmten Bitcoins aufgebaut. Ein Verkauf dieser Bestände ist nicht vorgesehen; stattdessen prüft das Finanzministerium budgetneutrale Strategien zur möglichen Erweiterung der Reserven. Der digitale Vermögensbestand umfasst auch andere Kryptowährungen, wobei keine zusätzlichen Käufe über beschlagnahmte Werte hinaus geplant sind. Im Gegensatz zu Bitcoin kann das Finanzministerium über deren Verwaltung frei entscheiden, einschliesslich möglicher Veräusserungen.

Obwohl die Schaffung einer US-Bitcoin-Reserve einen wichtigen Meilenstein darstellt, reagierte der Markt zunächst enttäuscht: Der Bitcoin-Preis kam nach der Veröffentlichung der Executive Order unter Druck, da zuvor erwartet worden war, dass die Regierung aktiv Bitcoin zukaufen würde. Inzwischen hat sich der Kurs jedoch über der Marke von 80‘000 USD stabilisiert – trotz starker Preisrückgänge an den US-Aktienmärkten.

Die Sensitivität des Kryptowährungsmarktes gegenüber geopolitischen Entwicklungen ist offensichtlich, wobei die Preisbewegungen von Bitcoin eng mit Nachrichten über die US-Handelspolitik verbunden sind. Die offizielle Anerkennung durch staatliche Stellen dürfte aber längerfristig dazu beitragen, die Legitimität und institutionelle Akzeptanz von Bitcoin weiter zu festigen.

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Korrektur an den US-Aktienmärkten Bitcoin

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Bekim Laski

Chief Investment Officer und Partner
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