Die USA und der Iran haben sich auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt. Im Gegenzug wird der Iran die Strasse von Hormus wieder öffnen. Das Abkommen verschafft beiden Seiten Zeit, um eine längerfristige Vereinbarung zur Beendigung des mittlerweile sechswöchigen Krieges zu erreichen.
Wie ist dieser Waffenstillstand einzuordnen?
Auch wenn er langersehnt war, wird der Waffenstillstand weitgehend als vorübergehende Deeskalation betrachtet, da zwischen den Forderungen der USA und des Irans weiterhin erhebliche Differenzen bestehen. Beide Seiten stellen die Einigung zwar als «Sieg» dar, doch bestehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen eines dauerhaften Friedens.
Der Schritt stellt zugleich eine deutliche Abkehr von US-Präsident Donald Trumps scharf formulierter Botschaft in den sozialen Medien vom Dienstag dar, in der er warnte, «eine ganze Zivilisation werde über Nacht ausgelöscht und könne nie wiederhergestellt werden», falls der Iran nicht nachgebe. Seine Drohungen, auch zivile Infrastrukturen Irans anzugreifen, darunter Kraftwerke, hätten im Falle einer Umsetzung potenziell als Kriegsverbrechen gegolten.
Wie reagieren die Finanzmärkte?
Die Finanzmärkte reagierten auf die Nachrichten fast euphorisch: Der Preis für Brent-Rohöl fiel um bis zu 15% auf Niveaus knapp über 90 US-Dollar je Barrel. Auch die Aktienmärkte verzeichneten starke Kursgewinne. Insgesamt zeigt sich an den internationalen Finanzmärkten eine deutliche Erleichterung und eine Rückkehr der Risikobereitschaft. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun wieder auf die Strasse von Hormus und die Frage, ob Schiffe diese wichtige Handelsroute wieder sicher passieren können.
Ist nun ein guter Einstiegszeitpunkt?
Es ist noch zu früh, von einer nachhaltigen Entspannung zu sprechen. Die ernüchternde Realität, dass der Waffenstillstand wahrscheinlich fragil bleibt, führt dazu, dass die Finanzmärkte weiterhin sehr sensibel auf Schlagzeilen und neue Entwicklungen in den Verhandlungen reagieren werden. Die Hoffnungen richten sich auf eine teilweise Normalisierung rund um die Strasse von Hormus, welche die angespannten Lieferketten für Öl, Gas, raffinierte Energieprodukte sowie Düngemittel in den kommenden zwei Wochen etwas entlasten könnte. Dennoch wird allgemein nicht erwartet, dass die Energiepreise rasch auf das Niveau vor Ausbruch des Krieges zurückfallen, da Teile der Energieinfrastruktur in der Region erheblich beschädigt wurden.
Die Deeskalation ist dennoch eine positive Entwicklung. Bereits letzte Woche haben wir darauf hingewiesen, dass sich nach der Korrektur und aus technischer Sicht attraktive Einstiegschancen eröffnet haben. Aufgrund der weiterhin soliden Gewinnerwartungen hat die Aktienmarktkorrektur seit Ausbruch des Krieges zu einer deutlichen Bereinigung der Bewertungen geführt, insbesondere im Technologiesektor, der im historischen Vergleich nun besonders attraktiv erscheint. Aber auch andere Segmente, die in der Korrekturphase stärker gelitten haben, etwa Aktienmärkte der Eurozone und der Schwellenländer, könnten von einer nachhaltigen Erholung profitieren. Diese Segmente sind in allen unseren smzh Invest-Anlagelösungen stärker vertreten, sodass unsere Strategien für eine mögliche Markterholung gut positioniert bleiben.
Zögern ist verständlich, gestaffeltes Investieren reduziert Risiken
Auch wenn sich die Bewertungen nach der Korrektur verbessert haben, zögern viele Investoren in unsicheren Phasen. Eine gestaffelte Investitionsstrategie kann hier Abhilfe schaffen. Sie verbindet Disziplin mit Flexibilität und ermöglicht kontrolliertes Handeln, statt auf den vermeintlich perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten.
Unter gestaffeltem Investieren versteht man die Aufteilung des zu investierenden Kapitals in mehrere Tranchen über einen definierten Zeitraum, beispielsweise in drei bis fünf Schritten über mehrere Wochen. Ziel ist es, Marktschwankungen zu nutzen und den durchschnittlichen Einstiegspreis zu glätten. Entscheidend dabei ist die Disziplin: Die Tranchen sollten unabhängig vom kurzfristigen Marktverlauf umgesetzt werden. Ob die Märkte steigen oder fallen, der Plan bleibt unverändert. So treten Emotionen in den Hintergrund, während der systematische Prozess greift.

