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Der Franken legt weiter zu. Was bedeutet dies für Schweizer Anleger?

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11 Feb 2026
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Der Schweizer Franken bewährt sich auch im neuen Jahr weiterhin als sicherer Hafen und hat nach anfänglicher Schwäche zu Jahresbeginn sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch gegenüber dem Euro wieder deutlich an Wert zugelegt. Der EUR/CHF-Kurs fiel somit auf ein neues Rekordtief von unterhalb 0.91, wenn man die kurzfristigen Tiefststände von 0.85 am 15. Januar 2015 ausklammert, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs von 1.20 überraschend aufhob.

Jedes Mal, wenn der Franken aufwertet, werden die Rufe nach Interventionen der SNB lauter. Doch was kann die SNB gegen einen strukturell starken Franken tatsächlich unternehmen, und was bedeutet eine starke Heimwährung für Schweizer Investoren?

Entwicklung CHF gegenüber USD und EUR im Jahresverlauf 2026

USD-Schwäche, EUR-Stärke, noch stärkerer Franken

An den globalen Devisenmärkten bleibt die anhaltende USD-Schwäche das zentrale Thema. Ein schwacher Dollar stärkt den Euro, was Rufe nach EZB-Zinssenkungen laut werden lässt, um die EUR-Aufwertung zu dämpfen. Dies führt wiederum zu einer CHF-Aufwertung gegenüber dem EUR, da von der SNB keine Interventionen erwartet werden.

Ursachen der USD-Schwäche

Der US-Dollar bleibt aus mehreren Gründen unter Druck. Einerseits belasten die zunehmende Staatsverschuldung, das US-Haushalts- und Handelsdefizit sowie die noch unklare Ausrichtung der Fed nach der Nominierung von Kevin Warsh, dessen Signalwirkung Investoren bislang nicht eindeutig einschätzen können. Andererseits zeigen die Wirtschaftsdaten ein uneinheitliches Bild: Die US-Wirtschaft entwickelt sich solide, während der Arbeitsmarkt schwach verläuft, was weitere Zinssenkungen erforderlich macht, selbst bei anhaltender Inflation. Sinkende nominale Zinsen in Kombination mit hartnäckiger oder steigender Inflation drücken die realen Zinsen und schwächen den Dollar zusätzlich. Zusätzlichen Druck erzeugte diese Woche ein Bloomberg-Bericht, wonach die chinesischen Behörden die lokalen Banken angewiesen hätten, ihre Bestände an US-Staatsanleihen weiter zu reduzieren, aus Sorge vor Volatilität und Konzentrationsrisiken. Der anhaltende Vertrauensverlust gegenüber dem US-Dollar wirkt somit weiterhin.

SNB: Untätig bleiben oder handeln?

Die SNB steht vor einer anspruchsvollen geldpolitischen Abwägung. Eine starke Währung reduziert importierte Preise und kann den Inflationsdruck dämpfen oder sogar deflationäre Tendenzen verstärken. Zugleich beeinträchtigt ein übermässig starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft, da ausländische Nachfrage nach Schweizer Gütern abnimmt.

Instrumente der SNB: Devisenmarktinterventionen und Negativzinsen

Als zentrales geldpolitisches Instrument stehen der SNB Devisenmarktinterventionen zur Verfügung, mit denen sie Fremdwährungen gegen Franken kaufen könnte, um die Währung abzuschwächen. Diese Massnahme ist allgemein bekannt, wirkt aber nur bedingt und kann politische sowie technische Konsequenzen mit sich bringen. Zudem versucht die SNB, nicht als «Währungsmanipulator» wahrgenommen zu werden, sondern im Rahmen ihres Mandats für Preisstabilität zu handeln.

Eine weitere Option wäre die Wiedereinführung von Negativzinsen. SNB‑Präsident Martin Schlegel hat mehrfach betont, dass die Notenbank bei Bedarf zu solchen Massnahmen bereit wäre, obwohl die Schwelle für ihre erneute Einführung hoch ist und sie gesellschaftlich wie wirtschaftlich unpopulär wären. In der Praxis setzt die SNB derzeit stärker auf eine Nullzinspolitik und es wird allgemein erwartet, dass dieser Status beibehalten wird.

Fundamentale Bewertung des Franken

Der Franken erscheint zwar auf vielen nominalen Betrachtungsebenen als überbewertet, doch fundamentale Modelle wie PPP (Kaufkraftparität) und REER (realer effektiver Wechselkurs) zeigen, dass er angesichts der tieferen Inflation, seiner hohen Kaufkraft und Produktivitätsvorteile innerhalb eines Bereichs liegt, der nicht als klar überbewertet gilt. Der Franken befindet sich vielmehr auf einem Niveau, das strukturell gerechtfertigt erscheint.

Abb. 2: Breiter realer effektiver Wechselkurs des Schweizer Frankens

Grenzen der Geldpolitik

Schliesslich gilt zu beachten, dass Devisenmarktinterventionen und Zinssenkungen der SNB keinen garantierten, nachhaltigen Einfluss auf die Frankenstärke haben, solange globale Kapitalflüsse in sichere Anlagen hoch bleiben. Die Stärke des Frankens spiegelt auch eine strukturelle Nachfrage nach Sicherheit wider, die durch geopolitische oder weltwirtschaftliche Unsicherheiten getrieben wird und sich nicht allein durch nationale Geldpolitik steuern lässt. Die SNB ist eine der wichtigsten Zentralbanken, ihr Arsenal ist jedoch im globalen Kontext nicht unerschöpflich.

Was bedeutet dies nun für Schweizer Anleger?

Schweizer Anleger sind weiterhin angehalten, ihre Fremdwährungsanlagen bewusst zu steuern. Dazu gehört, Fremdwährungsallokationen entweder teilweise abzusichern, etwa durch klassische Absicherungstransaktionen, oder in Form von währungsgesicherten Anlageinstrumenten zu investieren, um Schwankungen gezielt zu kontrollieren, ohne vollständig auf Investitionen in internationale Finanzmärkte zu verzichten.

Obwohl das Absichern von USD-Risiken auch dieses Jahr ein prägendes Thema an den Finanzmärkten bleibt, dürfte dieser Bedarf aber nach dieser erneuten USD-Schwäche im Verlauf der nächsten Monate graduell abnehmen, da die Absicherungskosten von beinahe 4% p.a. weiterhin hoch sind, was die Attraktivität der fortgesetzten Absicherung für Schweizer Anleger etwas einschränkt. Das Verhältnis zwischen expliziten Absicherungskosten und potenziellen Abwertungsrisiken dürfte damit bei jeder weiteren USD-Abwertung graduell weniger ausgeprägt erscheinen.

Author:
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Bekim Laski

Chief Investment Officer und Partner
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